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Karriereberatung: Nach Kündigung sich verabschieden

Bei Kündigung oder Ausscheiden aus einem Unternehmen wird das Abschiednehmen oft vernachlässigt. Leider schleppen diese Arbeitnehmer die Altlast mit in die Vorstellungsgespräche oder den nächsten Job.

Verarbeitung des Abschieds braucht Zeit

Im Laufe unseres Lebens müssen wir von vielem Abschied nehmen. Die Verarbeitung des Abschieds braucht Zeit. Doch häufig lassen wir uns gerade in Arbeitszusammenhängen keine Zeit. Es soll immer schnell vorwärts gehen. Keiner will zurückblicken. Doch die menschliche Psyche funktioniert anders.

Abschied und Neuanfang

Im Beruf ist ein Abschied meist mit der Hoffnung auf einen Neuanfang und auf die Verbesserung der eigenen beruflichen Situation verbunden. Gerade, wenn es vor der Kündigung oder dem Weggang Auseinandersetzungen oder Kämpfe gab, sollten Sie inne halten. Was waren meine eigenen Anteile am Konflikt? Was lerne ich daraus? Was würde ich in Zukunft anders machen? Was nehme ich an Erfahrung aus dem Unternehmen mit? Das sind die entscheidenden Fragen, die Sie sich stellen sollten.

Den Abgang sauber gestalten

Wer anbietet, seinen Nachfolger mit auszuwählen und einzuarbeiten, beweist einen guten Stil. Bereiten Sie eine vernünftige Übergabe vor: Mit Projektlisten, Tipps und erforderlichen Passwörtern. Senden Sie außerdem den Kollegen und Kunden eine Abschiedsmail.

Beispiel für eine persönliche Abschiedsmail an Kollegen

Liebes geschätztes (bald Ex-)Team,

wie ihr bereits wisst, ist am 22.XX.20XX mein letzter Arbeitstag hier in der Firma.
Nun sehe ich diesem Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Zum einen freue ich mich auf die neue Herausforderung, zum anderen werde ich die angenehme Zusammenarbeit mit euch sehr vermissen!

Entnommen aus https://www.zeitblueten.com/news/abschiedsmail/

Nach Vorne blicken und sich bewerben

In meine Karriereberatung kam ein Kunde zur beruflichen Neuorientierung. Er wollte seine Bewerbungsunterlagen auf Vordermann bringen lassen. Im Gespräch teilte er mit, er wisse nicht recht worauf er sich bewerben solle. Außerdem habe er den Kopf gar nicht frei, um sich richtig bewerben zu können.

Die alte Verantwortung hindert am Loslassen

Meine Nachfrage ergab folgendes: Mein Klient hatte innerhalb von 18 Jahren eine kleinere mittelständische Firma mit 50 Mitarbeitern aufgebaut. Er war einer von drei Minderheitsteilhabern und hatte im Laufe der Jahre mehrfach größere Kämpfe mit dem Mehrheitsteilhaber und den Banken um den Weiterbestand seines Firmenbabys geführt. Mal hatte er gewonnen, mal verloren.

„Ich bin doch für das Wohl meiner Mitarbeiter verantwortlich“

Da er immer im operativen Geschäft tätig war und nach und nach alle Mitarbeiter eingestellt hatte, fühlte er sich für diese auch nach seinem Weggang aus dem Unternehmen verantwortlich. Es fiel ihm sehr schwer, die Verantwortung loszulassen. Er machte sich, wie die letzten 18 Jahre, immer noch Sorgen um die Firma. Er war aber ausbezahlt und draußen. Nun stellte sich die Frage, wie er sich von der alten Verantwortung lösen könnte.

Sich ein Bild vom Problem machen und loslassen

Zur Visualisierung bekam er die Aufgabe, eine Zeichnung der aktuellen Situation zu erstellen. Er malte ein Schiff, das vom Ufer ablegte und im zweiten Schritt Fahrt aufnimmt und aufs offene Meer segelt. Ich ließ ihn das Bild im Mentaltraining in seiner Vorstellungskraft entstehen.

Welcher Satz könnte die Mannschaft – seine alte Belegschaft begleiten? Er meinte:“ Ihr seid gut vorbereitet und ausgerüstet, ihr schafft das jetzt alleine." So konnte er das alte Schiff und seine Mannschaft ziehen lassen und seinen Blick auf seine eigene berufliche Zukunft richten.